Mein neustes Projekt ist das Thema Müllreduzierung. Ich bin total auf dem „Zero waste“-Trip.
Es beschäftigte mich schon lange Zeit, mal mehr mal weniger stark doch durch die vielen tollen Blogs zu diesem Thema wurde meine Neugier von der Leine gelassen: Wie lässt sich im Alltag ganz einfach Müll vermeiden? Wo lauern regelrechte Müllsünden, welche mir vorher noch gar nicht bewusst waren? Mich begeistert die Vorstellung, die von mir produzierte Müllmenge auf ein Minimum zu reduzieren. Inspiriert dazu haben mich Unverpackt-Läden und einige Menschen im Internet. Auf der Seite des „Zero Waste Bloggers Network“ gibt es eine Übersicht von Blogs zu diesem Thema, in der man nach Sprache, Land, Stadt usw. filtern kann. Ich finde diese Übersicht sehr praktisch: http://zerowastebloggersnetwork.com/network-members/

Schon vor Jahren war das Thema Plastik und Müll sehr präsent für mich. In der Schule lief ich immer mit Stoffbeuteln rum, in denen meine Sportsachen verstaut waren. Meine Mitschüler fanden diese Teile weniger „stylish“ und belächelten mich.

Ein kleines Feuerchen in unserem Wohnzimmer war vor einigen Wochen ein passender Anlass, um unser gesamtes Hab und Gut ordentlich auszumisten. Das Zimmer musste renoviert werden und im Zuge dessen prüften wir, welche der Gegenstände in unserem Haushalt wirklich wichtig für uns sind. Kleidung, Nahrungsvorräte, Küchenutensilien, Hygieneartikel, Elektronik, Papierkram, Bücher, CDs und DVDs… nichts blieb verschont. Dabei gab es den ein oder anderen denkwürdigen Moment, z.B. der, in dem uns klar wurde, wie viele Kugelschreiber wir tatsächlich besitzen. Die Menge war unfassbar.

Ich stieß auf zig angebrochene Collegeblöcke, in denen noch 10 – 20 Blatt unbenutztes Papier übrig waren. Als ich noch zur Uni ging, mochte ich es, das Semester mit einem „frischen“ Collegeblock zu starten, auch weil ich Sorge hatte, dass die übrigen Blätter im alten Block nicht für den Tag ausreichen würden (natürlich habe ich trotz hoher Semester-Anfangs-Motivation nie so viele Mitschriften angefertigt, dass ich die Blätter annähernd aufgebraucht hätte – und selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, hätte ich bei fehlendem Papier immer noch Kommilitonen anschnorren können… *seufz* … aber ja…).

Seit Tagen wühle ich mich schon durch diverse Internetseiten und überlege, wie ich die Menge des von mir produzierten Müll verringern und umweltschädliche Dinge gegen nachhaltige Alternativen austauschen kann. Geduld mit mir selbst ist dabei mal wieder eines meiner größten Lernfelder. Vor einigen Wochen hatte mich das Thema Zero Waste schon mal gepackt und übermotiviert wie ich war, beschloss ich: „Ab jetzt wird nichts mehr gekauft, was Plastik beinhaltet oder in Plastik eingepackt ist!“. Dieses Vorhaben hielt ich keine drei Tage durch. Schnell war ich frustriert wie „undiszipliniert“ ich doch sei und gab den Vorsatz auf. Jetzt ist mir klar geworden, dass ich wie so oft zu viel von mir erwartet habe. Ich wurde in eine Plastik Welt hinein geboren und bin es gewöhnt, es zu benutzen und es als Verpackungsmaterial nicht weiter zu hinterfragen. Nun starte ich mit einem angepassteren, wie mir scheint besser zu realisierenden Vorsatz: wann immer ich eine plastikfreie Variante finden kann, werde ich diese wählen. Ich möchte nach und nach kleine Dinge im Alltag ändern, anstatt von heute auf morgen mein Komplettes Nahrungs-, Putz-, Konsumverhalten verändern zu wollen. Es hat Jahrzehnte gedauert, mir Verhaltensweisen anzugewöhnen, da werde ich sie nicht alle über Nacht ändern können. Von Erfolg wird mein Vorhaben nur gekrönt sein, wenn ich mich kontinuierlich und gründlich mit den einzelnen Themen auseinander setze. Das Experiment beginnt! Und euch möchte ich durch diesen Blog daran teil haben lassen.

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