Als einen der ersten Schritte zu Beginn meines „Weniger-Müll-Projektes“ nehme ich mir vor, meinen Konsum von Wegwerfartikeln zu hinterfragen. Zunächst möchte ich ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie oft ich tatsächlich Dinge nach einmaligem Gebrauch in den Müll werfe. Ich möchte mich mit diesen Produkten befassen und für mich persönlich prüfen, inwiefern ich bereit bin sie nach und nach durch wiederverwendbare Alternativen auszutauschen.

Bei näherer Betrachtung erscheint es mir geradezu wahnsinnig, wie viel Müll ich alleine durch Papiertaschentücher produziere. Wenn ich mir vor Augen führe, welche Energie und Ressourcen nötig sind um Papiertaschentücher herzustellen und sie nach einmaligem hinein Schnaufen im Restmüll landen, schaudert es mich.

Hinzu kommt, dass 10 Taschentücher in einer Plastikhülle zum Päckchen zusammen gepackt werden, diese Plastikpäckchen wiederum in einer größeren Plastikhülle zu einem größeren Paket zusammen gepackt werden.

Sowohl die Papiertücher als auch die Verpackung müssen industriell hergestellt werden, es fallen Transportwege an, es wird eine Menge Wasser verbraucht, Chemikalien müssen eingesetzt werden, Bleichmittel, damit das Papiertuch „schön weiß“ aussieht und wir Verbraucher dies mit Hygiene, Reinheit, Sauberkeit assoziieren. All diese Punkte gelten natürlich auch für weitere Hygieneartikel wie z.B. Küchenpapier, Wattestäbchen, Wattepads, Servietten, Toilettenpapier, Binden und Tampons, Slipeinlagen… aber alles zu seiner Zeit. 😉 Auf Toilettenpapier zu verzichten kann ich mir derzeit z.B. überhaupt (noch) nicht vorstellen (sorry, neeee, wirklich nicht!).

Bei anderen Artikeln hingegen habe ich bereits begonnen, über nachhaltigere Versionen nachzudenken und traue mir durchaus zu, mit etwas „harmlosen“ wie z.B. Servietten aus Stoff zu beginnen.

Stoffservietten kennt man aus „schicken“ Restaurants. Ich finde sie angenehm anzufassen, sie wirken auf mich edler als ihre Pendants aus Papier weil sie stabiler sind, aufnahmefähiger und sogar reißfest (außerdem werden sie auch von Tischnachbarn mit weniger Sinn für Ästhetik nach dem Essen i.d.R gefaltet und nicht zerknüllt auf Tellern zurück gelassen 😉 ). Sie werden nicht einfach weggeworfen sondern gewaschen und wieder verwendet, alleine das rückt sie in ein hochwertigeres Licht. Ich nehme mir vor, meine Nähmaschine hervorzukramen und einige Testexemplare zu nähen.

Stofftaschentücher kenne ich noch von meiner Urgroßmutter und ich erinnere mich noch gut daran, wie „eklig“ ich die Vorstellung fand, in ein Stofftuch zu schnäuzen anstatt in ein Wegwerftaschentuch aus Papier. Mittlerweile finde ich die Vorstellung von diesen riesigen Müllbergen jedoch viel widerlicher, als die Vorstellung, ein paar Stofftücher mit in die Waschmaschine zu werfen, welche ich ohnehin für meine Kleidung einschalten würde. Und mal ehrlich, ich bin Pollenallergikerin. Wie oft ärgere ich mich über reißende Papiertaschentücher. Stofftücher sind hingegen viel robuster.

Schön, aber wie sieht es mit der Hygiene aus? – Niemand sagt, dass ich ein und das selbe Tuch zig mal benutzen muss, ich kann es ebenso wie eine Stoffserviette nach dem Gebrauch in die Wäsche geben. Es besteht kein Grund vollgeschnäuzte „Rotzfahnen“ tagelang in der Hosentasche mit sich herum zu transportieren. Bei einer ausreichenden Menge an sauberen Tüchern ist der Hygieneaspekt sicher auch zur Schnupfenzeit also kein Problem.

Zum ersten Testen habe ich mir fünf helle Stofftaschentücher gekauft. Größe und Farbe habe ich bewusst so gewählt, dass sie bei flüchtigem Hinsehen kaum von den herkömmlichen Papiertaschentüchern zu unterscheiden sind. Im Nachhinein finde ich diese Exemplare nun jedoch etwas… langweilig. Ich entschied mich für die unauffällige Variante, weil ich die Stofftücher „heimlich“ ausprobieren wollte, ohne dass mich jemand sieht und vielleicht fragt „Iiiiih, benutzt du etwa Stofftaschentücher“? Jetzt frage ich mich: Selbst wenn mich jemand darauf ansprechen sollte, warum zum Henker sollte ich mich dafür schämen? Ich mache mir Gedanken um unseren Planeten, versuche auf dieser Erde so wenig Schaden wie möglich zu verursachen und kleine Schritte zu unternehmen, mir mehr und mehr meiner Verantwortung für mein Handeln und dessen Folgen bewusst zu werden. Das fin

de ich eine gute Sache. Dafür werde ich mich sicher nicht schämen.

Noch bevor ich meine neuen Stofftaschentücher also benutzt habe, gehe ich gedanklich bereits meine Stoffsammlung durch und überlege mir ein paar bunte Exemplare, welche ich selber nähen und dann voller Stolz vollschniefen möchte. 😀

Nun werde ich aber erst mal die Testexemplare ausprobieren.

 

 

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