Armband-Armbanduhr … hä?

Man nehme eine alte Armbanduhr mit kaputtem Band, ersetze dies durch ein selbst genähtes und stelle dann zufällig fest, dass das gute Stück einen Tick besser sitzt wenn das ebenfalls frisch genähte Eulen-Armband „drunter“ liegt 😉

Nun ist zufällig diese Kombi entstanden, allerdings werde ich wohl noch mal ein andere Band nähen, welches farblich besser zum Uhr-Band passt…

 

Entzug

Momentan stecke ich in der Klausurphase, zum Nähen bleibt da leider nicht viel Zeit. Gestern Abend allerdings habe ich die Nähmaschinen-Abstinenz einfach nicht länger ausgehalten und musste nach getaner Arbeit wenigstens eine klitze kleine Kleinigkeit machen! :o)Dabei ist dieses Mini-Täschlein entstanden. Meine Kopfhörer fliegen nun nicht mehr zusammengeknüddelt in irgendeiner Jackentasche oder im Rucksack umher. Die Tasche ist mit Vliseline gefüttert und so sind sie gut geschützt vor Schlüsseln oder ähnlichen Kabelfeinden!

 

Genussmaximierung :)

Zur Abwechslung habe ich mal etwas für mich selbst genäht. Et voilá:  ein Kaffeekannen-Wärmer!So bleibt der Kaffe aus meiner heißgeliebten Stempelkanne länger warm. 🙂Zwischen die gelbe und die weiße Stoffseite habe ich Vliseline eingearbeitet.  

Handgelenktasche

Bald geht’s für meine Freundin Jojo für 3 Monate quer durch Indien. Als Abschiedsgeschenk bekommt sie von mir diese praktische Handgelenktasche, damit ihr Bargeld gut versteckt ist! 🙂Zum Verschließen wurde Klettverschluss angebracht, das kann man auf den Fotos leider nicht sehen.

 Das Schnittmuster gibt’s gratis als Kreativ-Freebook bei Farbenmix 🙂

„vom Suchen und Finden“ oder: „vom Bilden und Nichtbilden einer eigenen Meinung“

Das Problem der Informationsgesellschaft besteht nicht nur darin, immer mehr Menschen im­mer mehr Informationen zur Verfügung zu stellen; es müssen gleichzeitig Mittel und Wege ge­funden werden, die immer reichlicher fließenden Informationen zu verwalten, zu erschließen und menschengerecht zu filtern… Wonach man auch sucht, selbst nach den obskursten Din­gen, dauernd erhält man heute im Internet 3000, 30 000, oder 300 000 Treffer, die allermeis­ten ohne jeden Bezug zum Gesuchten oder aus anderen Gründen völlig nutzlos; dann engt man die Suche mit allen Tricks und Kniffen ein, und es sind immer noch 999 und zu viele, und wenn in ein paar Jahren zehnmal so viele Server im Netz ihren Dienst versehen, wie viele wer­den es dann sein? Wenn die ganze Erde zu einem einzigen Heuhaufen geworden ist? Wird man dann nach der Nadel auch nur noch zu suchen wagen?“

Mit diesem Zitat aus dem Buch von Dieter E. Zimmer* möchte ich meinen heutigen Blogeintrag beginnen. Denn Gedanken dieser Art haben mich bereits des öfteren beschäftigt, im privaten Bereich ebenso wie in meiner Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informations­dienste. Nun bin ich fertig mit der Ausbildung zur „Informationsexpertin“, wie meine Lehrerin es mal formulierte. Trotzdem sitze ich so manches mal recht ratlos vor dem Rechner. Theore­tisch sollte ich geübt darin sein fachliche Informationen zu ermitteln, ich sollte wissen wo man Wissen her bekommt, welche zuverlässigen Quellen man anzapfen kann und wie man ohne Google & Co im Internet zurecht kommt. Theoretisch. Die meiste Zeit über hacke ich jedoch ebenfalls irgendwelche beliebigen Stichwörter in das Suchfeld einer der großen Anbieter und wühle mich durch die angebotenen Treffer, so lange bis ich einen Link finde, der mich einiger­maßen zufrieden stellt. 

Mancher sucht, um zu finden; und mancher findet, um nicht weiter suchen zu müssen“. (Ela­zar Benyoëtz)

Wie oft geben wir uns also aus Bequemlichkeit mit dem Suchergebnis zufrieden, nur um nicht weiter suchen zu müssen? Wie oft nehmen wir eine geringere Qualität der Quelle in Kauf, nur um uns weitere Mühe zu ersparen? Das muss doch auch einfacher gehen… Ich möchte das besser können. Ich möchte besser suchen, besser finden. Und ich möchte anderen beibringen, wie das geht. Ich möchte den Leuten helfen, sich nicht mit Informationen aus der Zeitung oder dem Fernsehen abspeisen zu lassen. Ich möchte ihnen die Fähigkeit vermitteln selbst zu re­cherchieren, sich auf die Suche nach Fakten zu begeben, diese zu beleuchten, zu hinterfragen und sich selbst ein Bild zu machen. Dieser Wunsch wurde in den letzten Jahren immer größer und drängender.

 Es geschehen so viele Dinge auf der Welt und ich frage mich, wie manchen Leuten das alles so egal sein kann. Ich verlange ja gar nicht, dass man immer zu jedem Thema eine feste Meinung hat. Ich bezweifle sogar, dass dies möglich ist. Ich glaube sogar, das wäre gar nicht gut. Denn wenn man immer eine Meinung hat, die felsenfest und unerschüttlich ist, wie kann man dann noch offen sein für andere Ansichten? Nein ich finde, man kann auch mal keine Meinung zu einem Thema haben. Aber auch das setzt voraus, dass man sich überhaupt mal mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Wenn ein Mensch z.B. nicht so richtig weiß ob er nun für oder gegen Atomstrom ist, dann ist das auch erst mal okay für mich. Solange der Grund für diese Unentschlossenheit dieser ist, dass der Mensch sich die positiven und negativen Seiten versucht hat anzusehen, aber im Großen und Ganzen noch zu keiner persönlichen Entscheidung gekommen ist. Etwa weil es große, existenzielle (wirtschaftspolitische) Ziele gegeneinander abzuwägen gilt, wie z.B. Umweltschutz vs. Wirtschaftswachstum und man sich persönlich noch nicht genau positioniert hat.

Gerade bei jungen Menschen ist es doch so, dass sie noch gar nicht richtig wissen welche Meinung oder Einstellung sie vertreten. Das merkt man spätestens dann, wenn man zum ersten mal wählen darf. Was soll man wählen? Wofür stehen die Parteien? Wofür stehe man eigentlich selbst? Ich denke es ist nie zu spät sich eine Meinung zu bilden. Auch wenn man jahrelang nichts mit Politik oder dem Geschehen in der Welt oder vor der eigenen Haustür zu tun hatte, es ist nie zu spät sich doch noch Gedanken zu machen. Irgendwann ist man aus dem Schulalter heraus, dann kann man nicht mehr „das System“ verantwortlich machen, Aussagen wie „Das haben wir in der Schule nie gehabt!“ ziehen nicht mehr! Falls sie das je getan haben. Denn wenn ich sage es sei nie zu spät sich eine Meinung zu bilden, dann meine ich gleichzeitig damit, dass es nie zu früh ist. Ganz im Gegenteil. Einen jungen Geist auf Nahrungssuche sollte man ruhig nähren wo es nur geht, was kann denn daran falsch sein? „Du machst dir zu viele Gedanken!“, „Es gibt Dinge, die sind nun mal so und die kannst du auch nicht ändern.“. Schön und gut. Morgens wird es hell, abends wird es dunkel. Nach Ebbe kommt Flut. Das sind Dinge, die sind eben so und die kann ich auch nicht ändern, das sehe ich vollkommen ein. Aber davon mal abgesehen denke ich, dass diese Sätze viel zu oft gesagt werden. Wer sagt denn, dass man gewisse Dinge nicht ändern kann? Und warum, nur weil es „schon immer so war“? Was ist denn das für ein Grund? Das ist kein Grund, das ist Resignation! Sich für Neues zu öffnen wäre nämlich viel anstrengender als im alten Trott zu verharren. Es hat also jeder selbst in der Hand, ob er sich informiert, ob er sich kümmert. Die Möglichkeiten dazu haben wir. Zumindest in unserer Gegend, wo Begriffen wie „Recht auf freie Meinungsäußerung“ und „Informationsfreiheit“ immerhin eine gewisse Bedeutung zugesprochen wird.

 

* Zimmer, Dieter, E.: Die Bibliothek der Zukunft. Text und Schrift in den Zeiten des Internet. Hamburg : Hoffmann und Campe, 2000, S. 30 – 31

Interessanter Link zum Thema „Wie finde ich Informationen im Internet?“http://www.werle.com/intagent/index.htm