Bevor ich begann mich vegan zu ernähren war ich eine große Käseliebhaberin. Wenn mein Freund und ich auf dem Biohof einkauften, standen wir vor der Käsetheke wie zwei kleine Kinder vor dem Süßigkeitenregal. Jeder suchte sich dann ein oder zwei kleine Stückchen aus, sodass wir verschiedene Sorten hatten. Daheim wurde dann Krümel für Krümel genüsslich verspeist.

Zwar gibt es in Reformhäusern und Biosupermärkten heutzutage viele Produkte zu kaufen, welche die Bezeichnung „vegane Käsealternative“ tragen, doch mit dem was wir früher so gerne genossen haben hat dies wie ich finde wenig zu tun. In dem Bereich der veganen Käsesorten gibt es gewaltige Unterschiede, von „ganz okay“ bis „absolut grauenvoll“ habe ich schon so manches probiert. So wirklich glücklich gemacht haben mich jedoch all diese Produkte nicht, mit Ausnahme des Soyananda Frischkäse. Den kann ich jedem empfehlen, der kein Problem mit Soja hat und noch auf der Suche nach einem leckeren veganen Kräuter-Frischkäse ist.

Frei nach dem Motto „das muss doch besser gehen“ habe ich vor kurzem begonnen, selbst die Herstellung von veganem Frischkäse auszuprobieren.  Inspiriert wurde ich durch das Büchlein „Vegane Käsespezialitäten“ von Britta Diana Petri, in denen ich zahlreiche Tipps und leckere Rezepte fand.

Den ersten Versuch startete ich mit Mandeln, welche ich 12 Stunden in Wasser einweichte, zwischendurch spülte und schließlich schälte und im Mixer fein pürrierte, zusammen mit Schabzigerkleepulver, Zitronensaft sowie etwas Salz und Pfeffer. Anschließend vermischte ich alles mit Kräutern, vor allem Schnittlauch und Dill. Das Ergebnis konnte sich optisch schon mal sehen lassen:

 

Rokostfrischkäse Vers. 01
Rohkostfrischkäse Vers. 01 – Mandeln

Der Geschmack von Versuch Nummer 01 war ebenfalls in Ordnung, jedoch störte mich der leicht bittere Nachgeschmack der Mandeln. Offensichtlich ist der Eigengeschmack der Mandeln zu stark, sodass man ihn durch die Gewürze und Kräuter hindurch deutlich schmeckt. Da ich mit dem Ergebnis nicht 100%ig zufrieden war, entschied ich mich den Käse mit getrockneten Tomaten zu pimpen. Das schmeckte schon mal viiiiiiel besser und erinnerte mich an Sojananda-Tomate oder an diese Tomatencreme, die man an türkischen oder griechischen Feinkostständen kaufen kann. Hmmmm!

Rohkostfrischkäse Vers. 0 - Mandeln und Tomate
Rohkostfrischkäse Vers. 02 – Mandeln und Tomate

Aller guten dinge sind bekanntlich drei. Nach den Erkenntnissen der ersten beiden Variationen und der Suche nach einem milderen Geschmack entschied ich mich für einen Versuch mit Cashewkernen. So ergab es sich, dass der 3. Versuch umwerfend schmeckte! Die Cashewkerne gaben dem Käse nicht nur einen milderen Geschmack,  sondern auch noch eine cremigere Konsistenz. Auch die Mengenzusammensetzung der Gewürze und Kräuter konnte ich verbessern. Köstlich!!! Das Ausprobieren hat sich mehr als gelohnt und das Sprichwort wurde bestätigt:

             Selbst gemacht schmeckt am besten! 🙂

Rohkostfrischkäse Vers. 03 - Cashew Kräuter
Rohkostfrischkäse Vers. 03 – Cashew Kräuter

Ich werde natürlich nicht aufhören weiterhin zu experimentieren, bin ich doch gerade erst auf den Geschmack gekommen. Nachdem der Frischkäse nun schon erprobt ist, plane ich bald einen Versuch mit festem Schnittkäse zu starten. Auf die Ergebnisse bin ich bereits jetzt total gespannt!

 

 

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